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Sonntag, 04 März 2012.

Die Natur als Beispiel für Krisenmanagement

Posted in Wissenschaft

Vom Empfangen zum Geben

Die Balance und das Wohlergehen aller Systeme sind für das Überleben der Menschen lebenswichtig. Die Erkenntnis der Natur als System und nicht als Sammlung zusammenhangloser Elemente hat sich unter den führenden Wissenschaftlern bereits etabliert.

Neue Wissenschaften wie Ökologie, Kybernetik, Systemtheorie und Komplexizität sind dadurch  entstanden. Die gesamte Natur bildet eine Einheit und folgt altruistischen Regeln, welche uns oft nicht bewusst sind.

Eine leicht verständliche Beschreibung, wie die Natur ihre Elemente vom Empfangen zum Geben an die Umgebung veranlasst, liefert die Evolutionsbiologin Elisabet Sahtouris: „In Ihrem Körper verfolgt jedes Molekül, jede Zelle, jedes Organ und der ganze Körper ein Eigeninteresse. Doch wenn jede Stufe Eigeninteressen vertritt, braucht es Verhandlungen zwischen den Stufen. Das ist das Geheimnis der Natur. In jedem Augenblick bringen diese Verhandlungen in Ihrem Körper Ihr System ins Gleichgewicht."

Der menschliche Körper ist das beste Beispiel für die Regel der Ausgewogenheit: Jede Zelle hat ihre individuelle Rolle. Damit der Organismus leben kann, muss jede Zelle ihre Funktion so effizient wie möglich erfüllen und den Wunsch nach Aufrechterhaltung der eigenen Existenz mit dem Wunsch nach Aufrechterhaltung des gesamten Systems kombinieren. Wenn eine Zelle dies nicht tut, prallen ihre Eigeninteressen auf die Interessen des Systems und die Verteidigungsmechanismen des Körpers werden sie zerstören. Es gleicht dem Entstehen einer Krebsgeschwulst, die die Ressourcen des Körpers für die eigene Existenz aufbraucht und daher vom Körper bekämpft wird.

Wenn der Krebs gewinnt, sterben er und der Körper. Wenn der Körper gewinnt und der Krebs geheilt wird (=stirbt), bleiben der Körper und alle nicht bösartig gewordenen Zellen am Leben. Der Sicherheitsmechanismus der Natur gewährleistet, dass auf Eigennutz aufbauende Systeme nicht bestehen können – der Krebs verschwindet in jedem Fall.

Alle Zellen haben einen Vorteil daraus, den Tumor loszuwerden. Anders ausgedrückt müssen die Elemente in diesem System zuerst für das Wohlbefinden des Systems sorgen, bevor sie ihren eigenen Bedürfnissen gerecht werden. Im Gegenzug wird das System für das Wohlergehen und Überleben seiner Elemente sorgen.

Dieses Prinzip gilt nicht nur für Partikel, Atome und Organismen, sondern für alles Leben. Alle Elemente der Natur und damit auch die Menschheit ziehen einen Vorteil daraus, ihr Eigeninteresse dem Wohle des Systems unterzuordnen.

Sahtouris über die Zeit nach Darwin, Teil 1, engl.
Sahtouris über die Zeit nach Darwin, Teil 2, engl.
Sahtouris über die Zeit nach Darwin, Teil 3, engl.

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